Innovationspreis

Innovationspreis Weiterbildung des Freistaates Sachsen für die Volkshochschule im Landkreis Meißen

Die Volkshochschule - Ort der Bildung für Jedermann

Thomas Rechentin, Abteilungsleiter im Sächsischen Staatsministerium für Kultus, verlieh am 12. November 2014 den dreizehnten Innovationspreis Weiterbildung des Freistaates Sachsen. Die mit 40.000 Euro dotierte Auszeichnung teilen sich insgesamt vier Preisträger.
Seit 2002 vergibt der Freistaat Sachsen einen Preis für beispielhafte Innovationen in der allgemeinen, beruflichen, wissenschaftlichen, politischen oder kulturellen Weiterbildung. Eine vom Sächsischen Landesbeirat für Erwachsenenbildung benannte Jury entscheidet über die Preisvergabe. Mit dieser Auszeichnung erfahren herausragende Ideen oder Projekte eine öffentliche Anerkennung und Würdigung. Des Weiteren sollen andere Einrichtungen dazu angeregt werden, eigene Ideen umzusetzen sowie bestehende Projekte und Initiativen zu nutzen oder weiter zu verbreiten.

Alle in Sachsen ansässigen und in der Weiterbildung tätigen Personen des öffentlichen Rechts oder gemeinnützige Personen des Privatrechts können sich für diesen Preis bewerben.

Auf der Festveranstaltung am 12. November 2014 bekam unsere Volkshochschule in Moritzburg den 4. Preis des Innovationspreises Weiterbildung 2014 des Freistaates Sachsen verliehen. Wir wurden für unser Projekt „Die Volkshochschule – Ort der Bildung für Jedermann“ ausgezeichnet. Dabei ermöglichen wir auch Menschen mit einem Handicap, gleich welcher Art, unsere Kurse zu besuchen. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten, die diesen Erfolg möglich machten und werden alles tun, diesen Weg konsequent weiter zu gehen. Folgen wird das Projekt kurz beschrieben:

Projektziel

Das Ziel ist, dass alle Menschen, ob mit oder ohne Behinderung selbstverständlich die Bildungsangebote der Volkshochschule nutzen können und Barrieren nicht existieren. Daraus wurden folgende Schritte für die konkrete Arbeit abgeleitet:
• Kursangebote für Menschen mit Lernschwächen bzw. mit geistiger Behinderung ergänzend zu denen von Einrichtungen der Behindertenhilfe
• Analyse des Bedarfs und der Inhalte für die Zielgruppe
• Reduzierung von Barrieren (räumlich und mental)
• Sensibilisierung von Kursteilnehmenden und Dozentinnen und Dozenten der Volkshochschule für die Inklusion

Inhalte und Methoden

Die Mitarbeitenden der Volkshochschule und Dozentinnen und Dozenten werden in Workshops und Teambesprechungen geschult für das Thema Inklusion. In Einrichtungen der Behindertenhilfe wurden Info tage veranstaltet, in denen die Zielgruppe konkret angesprochen werden konnte. Das rege Interesse dort führte dazu, dass bereits acht Kurse durchgeführt werden konnten, weitere sind geplant. Als Dozenten wurden einerseits Förderpädagogen, andererseits Lehrkräfte ohne Erfahrung in der Arbeit mit Behinderten eingesetzt. Dieses Herangehen wurde durch gehend von allen positiv bewertet. Die Kursbesuche brachten den Teilnehmenden Selbstvertrauen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Impulse für neue Bildungsangebote, die in die weitere Programmplanung einfließen werden. Geschäftsbedingungen und Anmeldeformulare der Volkshochschule wurden in eine »leichte Sprache« übersetzt. Die räumliche Barrierefreiheit wurde von einer Arbeitsgruppe Behinderter geprüft und sie gaben nützliche Tipps zur Umgestaltung des Hauses.

Organisation und Kooperationen

Ein Koordinator wurde mit der Organisation des Projekts betraut. Er ermittelt den Bedarf hinsichtlich des Themenspektrums und die Platzkapazitäten, ist für die Kontakte zu Einrichtungen der Behindertenhilfe zuständig, berät die Dozentinnen und Dozenten organisatorisch und methodisch. Eine enge Kooperation entwickelt sich zu den Einrichtungen der Behindertenhilfe. Durch sie ist eine direkte Erreichbarkeit der Zielgruppe gegeben; die Angebote der Volkshochschule werden bekannt gemacht und beworben und organisatorische Unterstützungsleistungen (z. B. Fahrdienst) werden erbracht.

Nachhaltigkeit

Innerhalb eines Jahres kann kein inklusives Bildungsangebot im Sinne eines selbstverständlichen Miteinanders von Teilnehmerinnen und Teilnehmer und Dozentinnen und Dozenten erzielt werden. Mit der Öffnung der Volkshochschule als Ort der Bildung für alle Bevölkerungsgruppen ist ein erster Schritt dahin getan. Es ist ein großer Erfolg, wenn Menschen mit Behinderung außerhalb ihrer gewohnten Einrichtung Bildungsangebote selbstbestimmt nutzen können und wollen und die Volkshochschule dafür der fachkompetente Lernort ist. Um die Weiterentwicklung des Projektes zu garantieren wird ein Finanzierungskonzept auf der Basis einer Regelfinanzierung erarbeitet.

Aus dem Ergebnissen des Projektes entstand die folgende Imagebroschüre: